Unser Richtfest - Pleiten, Pech und...

trotzdem schön!

Gestern war es dann soweit, unser Richtfest sollte stattfinden und natürlich hatten wir alles so gut es eben ging, wenn man sich damit null auskennt, geplant. Schon am Vorabend hatten wir den kleinen Kühlschrank ins Haus gestellt und in Betrieb genommen, die vorbereitete Bowle nahm darin auch schon mal Platz.
Am Morgen fuhren wir dann gemeinsam das Töchterchen in die KiTa und brachten ein paar Dinge (z.B. Sekt, Wein und Schnaps) rüber um alles kühl zu stellen. Nach ein paar Fotos vom Haus, dass bereits viele Dachbalken bekommen hatte, fuhren wir weiter einkaufen. Bestellte Ware abholen, ein paar Gläser zum zerschlagen, Semmeln & Bretzen bestellen und was sonst noch auf der Liste stand.
Dann fuhren wir erst einmal wieder und holten unser Bäumchen. Nachdem wir es mit blauen und weißen Bändern geschmückt und ins Haus gestellt hatte, fuhren wir erst einmal heim und frühstückten selbst.
Kurz nach 15 Uhr ging es dann los - das Auto war rappel-voll. Kerzen, Tischdecke, Servietten, Teller, Becher, Besteck, Kuchen, Töpfe, Wasserkanister, und, und, und...
Damit ging es erstmal zu meiner Mutter, denn dort wollten wir den Kartoffelsalat, die Suppe, den warmen Leberkäs und Suppenkellen, Messer, etc. abholen.

Dummerweise stellten wir dort dann fest, dass wir etwas wichtiges vergessen hatten, den Raclette Grill. Zwar gab es kein Raclette, aber der Plan war es, mit Hilfe der Wärmeplatten den Leberkäs warm zu halten. Und dann trafen wir die erste dumme Entscheidung. Mein Mann holte den Raclette-Grill mit dem Auto meiner Mutter und ich fuhr los um die Semmeln zu holen, Mücken-Spray aus der Apotheke und dann zur Baustelle. Da irgendwas noch nicht ganz fertig war, wollte meine Mutter noch nicht gleich mitkommen...

Wieso wir das so geregelt haben, weiß ich nun nicht mehr, aber nachträglich wäre es anders sicher schneller gegangen.
Jedenfalls holte ich die bestellten Backwaren (die ich gerade noch so tragen konnte), fuhr zum Grundstück und leerte vor Ort nach und nach meinen gesamten Kofferraum und wo sich sonst noch überall die Dinge gestapelt hatten aus dem Auto. Es war 16 Uhr und ich rechnete jede Sekunde mit der Ankunft der Getränke und Tischgarnituren. 16 Uhr hatten wir bei der Bestellung vereinbart, 16 - 16:30 hatte man uns heute am Telefon gesagt, was schon knapper war.
Mittlerweile war ich ordentlich durchgeschwitzt und stellte alles irgendwo am Boden ab - von den Getränken fehlte weiterhin jede Spur. Als mein Mann endlich auftauchte, fuhr ich los um meine Mutter und die restlichen Speisen zu holen. Noch mehr Geschleppe - fein!

Den gesamten Weg zurück kam mir kein Getränke-Wagen entgegen, also wurde ich etwas panisch. Denn es war etwa 20 vor 5 und somit lagen wir überhaupt nicht mehr im Zeitplan!

Bei meiner Mutter angekommen begrüßte mich bereits meine aufgeregte Tochter, mittlerweile hübsch gemacht für die "Party". Mit Susannes Hilfe, die gerade bei meiner Mutter war, brachten wir alle Sachen ins Haus, während meine Mutter noch einmal beim Getränkemarkt anrief.
Getränke noch nicht unterwegs, aber sie würden nun gleich los fahren.

Panik!

Als alles & jeder im Auto war, ging es im Schneckentempo zurück zur Baustelle. Mir war ans Herz gelegt worden, dass Kurven und Suppen die lediglich in Töpfen mit normalen Deckeln "gesichert" waren, unschöne Flecken hinterlassen könnten. Fleckenfrei kamen wir am Grundstück an, mittlerweile war es ca. 17 Uhr, meine Nerven! Die Tischgarnituren wurden gerade erst rein getragen und wir wussten nicht, was man zu erst machen sollte. Bänke aufbauen und Sitzgelegenheiten schaffen oder Buffet vorbereiten. Die Entscheidung fiel auf: panisch mal so und mal so!

Die ersten Gäste stellten sich vor, allesamt sehr nette Nachbarn. So nett, dass sie einfach mal beim Aufbauen mithalfen. So hatte ich es mir nicht vorgestellt *hmm*... Ich wollte die Tische ja eigentlich etwas dekorieren und gemütlich machen. Stattdessen mussten sie warten oder mit anpacken. Kaum standen alle Tische (von Deko sprechen wir erst garnicht), waren wir schon im Streß mit unserem Essen. Das große Messer war liegen geblieben, so dass man die riesigen Leberkäse nur mit dem Plastikmesser anschneiden konnte. Zur Gulaschsuppe gab es zwar praktische Terrinen-Teller, dafür waren aber die Löffel verschütt gegangen und die Wiener waren im Kühlschrank eingefroren und brauchten noch. Wenigstens der Kartoffelsalat "zickte" nicht rum ;)

Nach und nach kamen immer mehr Gäste, viele halfen auch aus, in dem wir was geliehen bekamen (unter anderem Löffel ;) und noch einen Tisch). Auch gab es ganz viele liebe Geschenke für uns und für Isabelle, die sich fleißig allen Leuten vorstellte, Hände schüttelte und die Leute unterhielt.

Die Stimmung war, soweit ich es im Streß und meiner andauernden Panik beurteilen konnte sehr gut. Und nach und nach bekam jeder sein Wunschgericht.

Da wir während der Ankunft unserer Gäste aufbauten, austeilten und uns vorstellten, blieb eigentlich keine Zeit für eine kurze Ansprache oder auch einen Dank an "unsere" Handwerker. Falls jemand mitliest: vielen Dank für Eure gute, schnelle Arbeit die ihr bisher geleistet haben! Wir sind begeistert davon wie reibungslos und schnell bisher alles verläuft und sind auch schon sehr verliebt in unser Häuschen (trotz der orangen Farbe ;) ).

Und weil die Handwerker wirklich bis zum Essen gearbeitet hatten und danach satt und müde heim fuhren, ging auch das eigentliche Richtfest unter. Das Bäumchen war wohl schon auf dem Dach, als wir angekommen waren, ob es dazu einen Richtspruch gab weiß man nicht, jedenfalls nicht in unserem Beisein und so blieb unser Fest also einfach komplett Traditionsfrei. Wir haben dann im Alleingang, als alles vorbei war und wir etwas zur Ruhe gekommen waren, noch ein Glas mit guten Wünschen für unser Haus "geopfert". Eigentlich wollte ich, aber das Glas wollte nicht - also versuchte sich mein Mann  mit eindeutig mehr Glück daran.

Immer wenn ich unser künftiges Wohnzimmer betrat um z.B. Essen zu servieren, sah ich mein Töchterlein zwischen den Leuten rumschwirren oder sie saß bei eigentlich wildfremden Menschen mit am Tisch um ihre Leberkäse-Semmel zu essen. Sie hatte sichtlich Spaß, erklärte, erzählte und unterhielt jeden der wollte (oder auch nicht).

Mein Mann & ich kamen eigentlich nicht wirklich zur Ruhe, uns hatte das Chaos gestresst und so kriegten wir beide nicht einmal eine ganze Semmel runter.

Soll ich Euch was erzählen?! Wir waren so gestreßt, es gibt von diesem Abend nicht eine einzige Film- oder Fotoaufnahme!!! Und das meine Damen & Herren ;) will schon was heißen!

Nach dem Essen gab es dann noch für unsere Gäste Kuchen und endlich waren auch wir ein wenig zur Ruhe gekommen. Nach und nach verabschiedeten sich die Leute und ich weiß noch, dass wir es schade fanden, dass alle schon so früh gingen, die Zeit war aber tatsächlich schneller als gedacht vergangen.

Das Zusammenräumen am Schluß war dann noch ein Kraftakt, denn ich war einfach nur platt. Das Kind lief immer noch rum und freute sich über den schönen Tag. Bis wir alles verstaut hatten verging noch reichlich Zeit und der Bowle sei Dank, fuhren wir dann noch meine Mutter zurück. ;)
Nicht einmal die 5 Minuten zu ihr hatte Fräulein Süß "überlebt". Der Kopf hing nach unten und heftiges Schnarchen war hin und wieder zu hören.

Auch später beim reintragen ins Haus gab es kein Lebenszeichen mehr von ihr, sie war wirklich komplett erledigt und so platzierten wir sie kurz auf dem Sofa, machten noch eine Kleinigkeit zu essen und guckten kurz TV, bevor wir dann rauf gingen.
Irgendwann, nachdem sie noch etwas getrunken hatte, Zähne geputzt wurden und sie angezogen war, legten wir sie völlig erledigt ins Bett und dann wachte sie doch noch auf...
Nun weigerte sie sich in ihrem Bett zu schlafen und wollte erstmal raus. Zielstrebig ging es zu uns ins Zimmer und es war klar, dass wir sie dort auch nicht mehr raus bekommen würden. Also holte ich ihre Decke, ihr Kissen und Kuscheltiere. Sie war glücklich und nun sprudelte es erstmal aus ihr raus. Bis um halb 2 Uhr morgens erzählte sie immer wieder, die Erlebnisse des Tages mussten wohl wieder raus. Unter anderem stellte ich ihr die Frage, ob ihr unser Richtfest gefallen hätte und musste mir folgende Antwort anhören:

"Ja Mama, war schön. Aber weißt, ich war heute leider ein bisschen schüchtern"

Alles klar!









Kommentare :

  1. Hallo,
    an das Gefühl kann ich mich erinnern ... gestresst und eigentlich "gehen alle zu früh" und dann beim heimkommen (bei uns immerhin etwas über 1,5 Stunden Fahrzeit) so erledigt, dass wir froh waren, es hinter uns zu haben. Fotos haben wir ziemlich am Anfang gemacht - am Ende haben wir auch nicht mehr dran gedacht. Schade, dass Ihr keine gemacht habt!!! Aber die Erinnerung bleibt Euch!
    Viele Grüsse
    Angelika

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  2. Naja, der Anfang war so streßig, dass wir echt keine Sekunde hatten und als alle gegessen haben, fand ich es unhöflich und vorne war chaos... also blieb da keine richtige Gelegenheit... naja, halb so schlimm ;)!

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  3. Hallöchen!
    Ich erinnere mich auch wahnsinnig gern an unser Richtfest. Es war ein einmalig schönes Erlebnis, dass ich auf keinen Fall missen möchte :)
    Gruß, Laura

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